Die Pause ist vorbei. Die Könige der „Hinteren Höh“ melden sich zurück und „kaaner wors“, der sie dazu überredet hat. Weil uns bei Auftritten im Biergarten derzeit der Arsch abfrieren würde, verlegte man die Rückkehr der glorreichen Fünf ins Warme. Die Fakten: 22. Dezember 2000, im Festsaal der Freiheitshalle, live: Waldschrat!
Die treibende Kraft geht von zwei Bürsten aus, und von zwei Schneebesen, und von zwei Sticks, so wie halt die Trommelsteckerla im Fachgespräch genannt werden. Trommler und Chefkoch Harry Tröger treibt mit seinen Kumpanen dieses Spiel seit 21 Jahren, Biergärten und Stadtfeste gelten als ihr Revier. Waldschrat, sei den Nicht-Kennern gesagt, ist eine ausschließlich die oberfränkische Mundart pflegende Combo oder kompliziert ausgedrückt, eine die im Altlandkreis MÜB in Sprache und Gesang übliche Ausdrucksweise interpretierende Gruppe. Waldschrat zelebriert unpolitisches Kabarett mit einem riesen Spaßeffekt, wobei die Lust auf ein Seidla Bier und eine saftige Wurstsemmel die Hauptrolle spielt. Dabei bedienen sie sich des breiten Spektrums verschiedenster Stilrichtungen. Vom Swing über Blues bis Hardrock ersetzen selbst gebastelte Reime englisches Original, wobei Lou Reeds geniales „wild side“ in ein noch genialeres „neig´schpeit“ transformiert wird. Wenn die Werschtla in Kookies Kessel in ein sanftes „Dudurdu-duduru-duduru“ einstimmen, dann unterdrückt der ganze Saal seinen Brechreiz in einem tausendstimmig erklingenden Chor. In der ersten Konzerthalbzeit spielte ihre neue CD die meisten Punkte ein. Es ist die Siebte, die unter dem Titel „streng geheim“ erhältlich ist und auf die wieder einige bekannte Coverversionen, tschuldigung „nochgschbillds Zeich“ gepresst worden ist. Nach der Pause kamen die Freunde der Schräte-Klassiker zum Zuge. Im Rückblick der letzten 21 Jahre nahmen sich die Gruppenmitglieder gegenseitig kräftig auf die Schippe und schmetterten ihre bekanntesten Titel in einer Kurzweil-Interpretation mit viel Schmackes in die Menge. Lieder zum Nachdenken, Lieder zum Mitgrölen, Lieder die mit Sicherheit im Biergarten besser aufgehoben sind, denn in einer Halle. Dass die Fünf dennoch gewohnte Atmosphäre in den Festsaal transportieren konnten, spricht für ihr musikalisches Können, ihre komödiantische Begabung und ihre bemerkenswert humorvoll charmante Ausstrahlung. Ffffumpp ... bis zum nächsten Stadtfest ... denn in dem Joa werds wohl werklich nix mehr werrn.
(m.k.)

Die Mannschaft:
Harry Tröger, Schlagzeug,
Christof Lemberg, Gitarre,
Michael Sommermann, Bass,
Olli Graf-Goller, Tasteninstrumente
Roland Schiefnetter, Akustikgitarre

 

 

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